Die Dominikaner in Deutschland, Österreich und Ungarn haben eine neue Leitung: Der bisherige Provinzial P. Peter L. Kreutzwald OP bat Ordensmeister P. Gerard F. Timoner III. OP aus gesundheitlichen Gründen, seinen Rücktritt vom Amt anzunehmen.
Dieser Bitte entsprach der Ordensmeister mit Bedauern. Er dankte Pater Peter nachdrücklich für seinen verantwortungsvollen Dienst als Kopf der Provinz des Hl. Albert. Gemäß den Ordensregelungen für eine solche Situation bestätigte Pater Gerard den bisherigen Socius des Provinzials, P. Christophe Holzer OP, als kommissarischen Leiter der Predigerbrüder in Deutschland, Österreich und Ungarn.

Der führungserfahrene Pater Christophe wird die Provinz als Vikar leiten, bis die 18 Dominikanergemeinschaften ihren neuen Provinzial wählen. Denn Führungsämter im Dominikanerorden werden von den Mitgliedern demokratisch durch Wahlen besetzt. Dafür besprach der Ordensmeister (3. v. re.) zum Abschluss seiner kanonischen Visitation am 27. März 2026 das weitere Vorgehen mit dem Provinzkonsil, dem beratenden Leitungsgremium, und legte fest:
Die Wahlversammlung für den neuen Provinzial wird am Freitag, 3. Juli 2026 stattfinden. Dazu werden die Prioren und weitere Delegierte der Dominikanerprovinz im Wiener Konvent S. Maria Rotunda zusammenkommen.
Die rund 130 Dominikaner in Deutschland, Österreich und Ungarn danken ihrem Mitbruder Peter Kreutzwald OP herzlich für sein langjähriges Engagement:
In zwei Amtszeiten als Provinzial brachte er die Fusion der beiden deutschsprachigen Dominikaner-Provinzen – die Provinz Teutonia, zu welcher Ungarn seit 2016 als Vikariat gehört, und die süddeutsch-österreichische Provinz vom hl. Albert – maßgeblich mit voran und orchestrierte den Neustart in der vereinten Provinz ab 2024 umsichtig und zukunftsorientiert.
Die Predigerbrüder begleiten Pater Peter angesichts seiner gesundheitlichen Herausforderung im Gebet.
Biografisches:


Pater Peter Ludger Kreutzwald OP (li.) wurde 1965 in Köln geboren, trat 1998 in den Dominikanerorden ein und wurde 2003 zum Priester geweiht.
Der studierte Physiker und Theologe begleitete als Studentenmagister in Mainz die Ausbildung junger Ordensmänner.
2017 zum Provinzial der damaligen Ordensprovinz Teutonia gewählt und 2022 wiedergewählt, wurde er 2024 vom Ordensmeister als erster Leiter der fusionierten Provinz des Hl. Albert in Deutschland und Österreich eingesetzt.
Pater Christophe Holzer OP (re.) wurde 1963 in Bern geboren, 1988 zum Priester geweiht und trat 1993 in den Dominikanerorden ein.
Der studierte Kirchenrechtler arbeitete als Richter am Metropolitangericht München, wurde 2006 als Generalsekretär in die Ordenszentrale nach Rom berufen und leitete von 2011 bis 2015 als Provinzial die damalige süddeutsch-österreichische Ordensprovinz.
Zu Provinz und Orden
Die Dominikanerprovinz des Hl. Albert in Deutschland und Österreich vereint seit ihrer Gründung im Januar 2024 rund 130 Ordensmänner; ihr Provinzialat hat seinen Sitz in Mainz.
Der Dominikanerorden ist derzeit weltweit in 35 Provinzen und 6 Vize-Provinzen strukturiert. Provinzen sind geografisch-organisatorische Einheiten der Predigerbrüder, um gemäß ihrer Ordensregel gemeinschaftlich leben und arbeiten zu können.
Der Orden gründete sich zu Beginn des 13. Jh. innerhalb der katholischen Kirche und gliedert sich in drei Zweige: Brüder, Schwestern und Laien. Dominikaner und Dominikanerinnen verdienen ihren Lebensunterhalt selbst, sie erhalten keine Zuwendungen aus der Kirchsteuer.
Fotos: Dominikanerprovinz / Cornelia Schaffeld
(redaktioneller Hinweis: In einer früheren Fassung waren Termin und Ort der Wahlversammlung noch nicht enthalten, da noch nicht bekannt.)