Justitia et Pax: Konferenz in Glasgow

Von 18. bis 21. September 2026 nahmen P. Ivan Attard OP (aus der Dominikanerprovinz Malta) als Regionalpromotor für Dominicans for Justice and Peace (DJP) sowie P. Günter Reitzi als Vertreter des Dominikanerordens an der UNO in Wien an der Konferenz der europäischen diözesanen Kommissionen für Gerechtigkeit und Frieden im Rahmen der Bischofskonferenzen als „Beobachter“ teil. Bei der Konferenz zum Thema „Nukleare Abrüstung und Wege zu einem unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“ waren unter anderen anwesend der Erzbischof von Dijon, Antoine Herouard, der Erzbischof von Glasgow, William Nolan, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Europa. Als Resultat der Sitzung wurde eine Deklaration vorgelegt, die von DJP unterstützt wird.

Pater Günter Reitzi, Justitia et Pax-Beauftragter unserer Provinz des Hl. Albert in Deutschland und Österreich, kehrte mit vielerlei Eindrücken im Gepäck zurück nach Wien, wo er im Dominikanerkonvent S. Maria Rotunda lebt und von wo aus er als J&P-Beauftragter agiert.

„Neben verschiedenen Berichten gab es begleitend zur Konferenz eine Fahrt zum Marinestützpunkt Faslane-on-Clyde in der Nähe von Glasgow am Gare Loch“, teilt P. Günter Reitzi mit. „Dort sind U-Boote mit Trident-Raketen stationiert. Diese tragen Atomköpfe mit enormer Sprengkraft. Mit einer Rakete könnte ganz Moskau und Umgebung vollständig vernichtet werden. Kosten einer Rakete: Zwischen 30 und 50 Millionen Dollar.“ Und er fügt nachdenklich hinzu: „Was könnte man mit diesem Geld alles Gute tun – zum Beispiel die Hungersnöte dieser Welt ein für alle Mal beenden!“ Dieser Besuch wurde durch ein Friedensgebet (Foto links) mit beiden Bischöfen Antoine Herouard und William Nolan vor den Toren des Stützpunktes „gekrönt“, ergänzt der Dominikanerpater.

„An allen Tagen hat die Gruppe mit den beiden Bischöfen hl. Messe gefeiert und natürlich auch gemütliche Augenblicke mit Whisky und schottischer Musik gehabt“, so P. Günter.

Die Fotos zeigen (v.l.) P. Günter Reitzi vor bzw. über dem Marinestützpunkt Faslane-on-Clyde, beim Bericht über die Tätigkeit von DJP vor der Versammlung und mit einem schottischen Dudelsackspieler (Fotos: privat).

Als Resultat der Sitzung wurde eine Deklaration vorgelegt, die von DJP unterstützt wird. Im Folgenden die wichtigsten Punkte daraus:

• Stärkung der Abrüstungsrahmenwerke: Wir fordern die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, das Völkerrecht und den Multilateralismus zu stärken und bestehende Abrüstungsverpflichtungen einzuhalten. Dies erfordert eine unerschütterliche Unterstützung des Nichtverbreitungsvertrags (NVV), des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) und der Ausarbeitung eines Vertrags über das Verbot der Produktion von spaltbarem Material (FMCT). Wir rufen die europäischen Staaten dazu auf, den Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW) zu unterzeichnen und zu ratifizieren, und fordern Staaten, die sich derzeit der nuklearen Abschreckung verschrieben haben, nachdrücklich auf, sich an den entsprechenden Prozessen zu beteiligen, unter anderem durch die Teilnahme an Treffen als Beobachter.

• Regierungen und Industrie zur Rechenschaft ziehen: Kommissionen für Gerechtigkeit und Frieden müssen kontinuierlich mit gewählten Amtsträgern in Dialog treten und diese zur Rechenschaft ziehen, indem sie Regierungen kritisieren, die die Verteidigungsausgaben auf Kosten der sozialen und wirtschaftlichen Gerechtigkeit erhöhen. Wir müssen zudem die wirtschaftlichen Interessen bekämpfen, die in der Atomwaffenindustrie und der Rüstungsindustrie im weiteren Sinne verankert sind, und uns für gerechte Übergänge für betroffene Arbeitnehmer einsetzen.

• Die Zivilgesellschaft für multilaterale nukleare Abrüstung mobilisieren: Wir ermutigen Christen und alle Menschen guten Willens, sich durch friedliche Aktionen für Gewaltfreiheit und nukleare Abrüstung einzusetzen. Dazu können gehören: Gebet, Besinnung, Interessenvertretung und öffentliches Zeugnis, beispielsweise an Standorten, an denen Atomwaffen gelagert werden.

• In Friedenserziehung investieren: Wir müssen der Friedenserziehung und der Erziehung zur Weltbürgerschaft Priorität einräumen, um Mentalitäten in ganz Europa und weltweit zu verändern, die Normalisierung von Atomwaffen in Frage zu stellen und den Begriff „Sicherheit“ neu zu definieren – weg von Militarisierung und hin zur menschlichen Sicherheit, nämlich dem Schutz und dem Gedeihen von Menschen, Demokratie, Gemeinschaften und Ressourcen. Wir erkennen an, dass wir dazu auch Fehlinformationen sowohl in der Politik und den Medien als auch innerhalb unserer eigenen Kirchen bekämpfen müssen.

• Dialog und glaubwürdige Alternativen fördern: Wir verpflichten uns, Räume für den Dialog innerhalb der Kirche und der Zivilgesellschaft zu schaffen und zu erhalten; wir müssen sicherstellen, dass echte Ängste und Sicherheitsbedenken Gehör finden, während wir gleichzeitig glaubwürdige Alternativen zur nuklearen Abschreckung entwickeln und dafür eintreten.

(übersetzt mit Deepl.com, kostenlose Version)

Hier gibt es die komplette Deklaration zum Nachlesen und zum Download: